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Kreisbereitschaftsleiter Möllenbrink: Migration und Demographischer Wandel verändern das DRK
(Kreis Viersen/HL) Kreisbereitschaftsleiter Sven Möllenbrink ging in seinem Jahresbericht 2008 insbesondere auf zwei "Unwörter" ein: Migration (der Einsatzeinheiten) und Demographischer Wandel. Die Einheiten, in denen sich das Rote Kreuz im Katastrophenschutz organisiert, wurden in der Vergangenheit mit je zu einem Drittel vom Bund, vom Land und von der Organisation finanziert. Die leere Staatskasse führt dazu, dass der Bund zum Ende des Jahres 2009 seine Bemühungen im Katastrophenschutz komplett verändert, wieder neue Einheiten aufstellt und seine Finanzierung der Unterhaltskosten (hierunter fallen Mietzahlungen, Reparaturkosten etc) der bereits vorhandenen Fahrzeuge des Bundes einstellt. Das betrifft beim DRK im Kreis Viersen insgesamt zwölf Fahrzeuge bzw. statt vier nun nur noch drei Einsatzeinheiten (Migration). Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das DRK diese Kosten nun selbst tragen muss. Diese Entwicklung könne nur schwerlich den aktiven ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vermittelt werden, die sich jahrelang haben ausbilden lassen und in dieser Einheit mitgewirkt haben. Die örtliche Gefahrenabwehr hier im Kreis Viersen, die in den letzten Jahren mit allen beteiligten Hilfsdiensten (Feuerwehr, DRK, Malteser Hilfsdienst) aufgebaut wurde, fand in den Planungen des Innenministeriums keine Berücksichtigung, weiter noch, selbst eine Leistungsfähigkeitsüberprüfung hat nicht stattgefunden. Möllenbrink bat die Politik um Unterstützung, auch wenn der Erlass bereits bindend umzusetzen sei: "Sie können sich sicherlich vorstellen, dass eine private Hilfsorganisation den Abzug von Fahrzeugen, aber hauptsächlich die ausfallenden Finanzierungskosten der Fahrzeuge, nicht so einfach verkraften kann. Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen. Es ist kaum leistbar, für die zwölf Fahrzeuge alle Unterhaltskosten (hier hauptsächlich die Miete) von heute auf morgen durch die Organisationen tragen zu lassen. Machen Sie bitte in Ihren Gremien deutlich, dass eine optimale Gefahrenabwehr im Kreis Viersen nur dann sichergestellt ist, wenn die Hilfsorganisation DRK ein verlässlicher, aber hauptsächlich auch ein stabiler Partner ist."
Möllenbrink betonte, dass man sich zukünftig auch mit der Entwicklung der aktiven Mitglieder beschäftigen müsse. Zwar habe man im Jahr 2008 einen Zuwachs an Rotkreuz-Kräften zu verzeichnen, dennoch wird auch das DRK vom demographischen Wandel nicht verschont bleiben. Die Zeichen dieses Wandels sind auch bei den Ortsvereinen und beim Kreisverband unübersehbar und geben dringend Anlass, sich mit der mittel- und langfristigen Verfügbarkeit ausreichender ehrenamtlicher Kräfte Gedanken zu machen. Man muss sich daher dem Nachwuchsproblem stellen. "Und das gelingt uns nur mit einheitlichem Schulterschluss zwischen den Ortsvereinen und dem Kreisverband", so Möllenbrink. "Wir müssen im nächsten Jahr mit Werbung in eigener Sache z. b. in den Schulen aktiv werden, oder uns beispielsweise um eine stärkere Aktivierung von Migranten bemühen." Er appellierte an alle Verantwortlichen: Es wird darauf ankommen, für Unterstützung und vor allem auf Verständnis bei den Arbeitgebern zu sorgen. Es muss sichergestellt sein, dass das Rote Kreuz im Kreis Viersen gestützt und gesichert wird. Weiterhin muss es auch in Zukunft gelingen, unsere Junghelfer im Jugendrotkreuz soweit zu motivieren und zu halten, dass wir den größten Teil in den Erwachsenverband überführen können. Er bat daher insbesondere die Vorstände der Ortsvereine, Ihr Augenmerk auf die Jugendarbeit zu werfen und diese entsprechend wohlwollend zu fördern. |